|
Europäische Sumpfschildkröte
Emys o.
orbicularis
European
Pond Turtle
Verbreitung:
|
Ost-,
Süd- und Mitteleuropa, Türkei,
Mittelasien,Nordafrika. Die Nominatform Emys
orbicularis orbicularis war einst in Deutschland
weit verbreitet und ist heute fast ausgerottet. Zur
Zeit gibt es nur noch kleine Restvorkommen in
Mecklenburg Vorpommern und Brandenburg.
In Hessen sind auch noch einige kleinere Vorkommen
bekannt, bei denen allerdings vermutet wird, dass es
sich um ausgesetzte Tiere handelt.
|
Biotop:
|
In den
Hauptverbreitungsgebieten besiedelt E. o. die
unterschiedlichsten Gewässer, die manchmal im Sommer
völlig austrocknen: Flüsse, Bäche, künstliche
Kanäle, die Uferbereiche großer Seen, kleinere
Teiche, Tümpel bis hin zu künstlich angelegten
Viehtränken und sogar leicht brackige Gewässer im
Bereich der Flussmündungen. Bevorzugt werden aber
stille oder sehr langsam fließende Gewässer mit
üppiger Vegetation und in der Nähe sandiger Gebiete
für die Eiablage. Jungtiere bevorzugen stark
bewachsenen Verlandungszonen bis 50 cm Wassertiefe.
|
Ernährung im
Biotop:
|
Überwiegend Wirbellose und Amphibienlarven,
gelegentlich kranke Wirbeltiere und Aas, Wasser- und
Landpflanzen, Früchte.
|
Größe:
|
Je
nach Unterart, 13 cm bis 20 cm, Weibchen werden
größer als Männchen, Tiere der nördlichen Unterarten
werden größer als die der südlichen.
|
Geschlechtsreife:
|
In
der Natur meist mit 5-12 Jahren, je nach Vorkommen
aber auch bis zu 18 Jahren; Männchen sind früher
entwickelt als Weibchen.
|
Geschlechts-
unterschiede:
|
ab ca.
dem 4. Lebensjahr zu erkennen:
Männchen:
kleiner, Kloakenöffnung im Schwanz hinter
Carapaxrand, dicker Schwanz, Plastron kleiner und
konkav, rötliche oder braune Iris, gelbe Punkte
häufig unregelmäßig auf Carapax verteilt, Weichteile
dunkler.
Weibchen:
größer, Panzer voluminöser, Kloakenöffnung näher am
Körper, Plastron plan, gelbe oder gelblichgrüne
Iris, Zeichnung meist strich- oder strahlenförmig
|
Besonderheit:
|
hält eine Winterruhe bei +4 -
+6 C. und einer Dauer von ca. 3 bis 5 Monaten im
Wasser ab
|
Schutzstatus:
|
Anhang B, Meldepflichtig
gegenüber der zuständigen Landesbehörde. Auch
Bestandsveränderungen, wie Zugänge oder Abgänge,
sind sofort zu melden.
|
 |
|
|
Männchen, unter anderem an der rötlichen Iris
zu erkennen |
Weibchen, unter anderem an
der gelbliche Iris
zu erkennen |
 |
Fortpflanzung:
Die Paarungszeit von E. o. schließt sich direkt an die Winterstarre
an, wobei die Männchen früher aktiv
werden als die Weibchen und diese aufsuchen.
Sie erkennen die
Aufenthaltsgewässer der Weibchen
anhand von wasserlöslichen Pheromonen, die die Weibchen während der
Paarungszeit abgeben. Sowohl Männchen als auch Weibchen bevorzugen große
Partner, was ihnen einen Reproduktions-vorsprung verspricht.
Nach der Paarung werden 3 - 21 Eier in 1 - 3 Eiablagen abgelegt,
vorwiegend nachmittags bis in die späten Abendstunden im Mai/Juni,
gelegent-lich bis in den Juli hinein, teilweise weit entfernt vom Wohngewässer.
Auch sehr alte Weibchen sind noch am Reproduktionsprozeß beteiligt.
Weibchen in kälteren Gebieten legen nur einmal dafür größere Gelege.
Hier überwintern die Schlüpflinge noch im Nest und überstehen dann
kurzfristig Minus-Temperaturen in der Nisthöhle bis zu minus 6 °C.
Schwelltemperatur für die Männchen/Weibchen-Bildung ist 28,5°C, unter
28°C schlüpfen hauptsächlich Männchen, über 29°C Weibchen. Bei
natürlicher Vermehrung im Habitat vor allem bei einheimischen
E.o. überwiegen aber wahrscheinlich genetische Ursachen bei der
Geschlechtsfestlegung, da es trotz der relativ niedrigen Temperaturen in
Deutschland einen deutlichen Weibchenüberhang gibt. Mittlere
Inkubations-dauer bei konstanter Schwelltemperatur ist ca. 62 Tage. Die
Größe der Schlüpflinge (E.o.o.) beträgt im Mittel 26 mm, bei einem
Gewicht von
5 g.

Emys orbicularis bei der Paarung
Natürliche Feinde:
Vor allem Gelege, Schlüpflinge und Jungtiere werden Opfer von Wildschweinen, Füchsen, Marderhunden, Waschbären,
Mardern, Reihern, Möwen, Rabevögeln
und auch Raubfischen.
nach oben |
 |
|